Wie schon in den vergangenen Jahren sind meine Frau und ich bereits am Freitagabend nach Davos gepilgert. Obwohl wir es langsam kannten, hatte ich natürlich (!), die Unterlagen nicht richtig gelesen. Irgendwo stand geschrieben, dass man nicht vor 17.00 Uhr anreisen soll. Wir waren aber bereits um 15.30 Uhr auf Platz. Verständlicherweise erntete ich für dieses Missgeschick bei meiner Frau, Betreuerin, Psycho-, Physiotherapeutin, Köchin in Personalunion, nicht gerade lobende Kritik.
Sobald wir konnten haben wir dann unseren Verpflegungsposten aufgestellt. Natürlich stellten wir unser Pavillon wieder direkt gegenüber der Fleischtrocknerei auf. Die Geschmacksemmissionen waren wieder entsprechend. Frei nach dem Sprichwort: Never change a winning place! Hier nochmals Danke an Franziska für die Organisation!
Das Nachtessen genossen wir zum ersten Mal im Festzelt des Veranstalters. Standartmenu Michael; Kohlenhydrate in Form von Spaghetti; Daniela; Fitnessteller!
Danach ging’s ins Hotel nach Davos. Den Fussballmatch, Schweiz-Honduras, habe ich natürlich verschlafen. Mir wurde danach ausgerichtet, dass ich nicht wirklich viel verpasst habe.
Gut genährt vom Hotelmorgenbuffet zogen wir dann auf den Wettkampfplatz, wo wir die letzten Vorbereitungen trafen. Da ich schon einige Male in Davos dabei war, wurde unser Pavillon von diversen Besuchern und Fahren, vor und während dem Rennen besucht. Meine Frau und ich genossen die Gespräche mit den Besuchern sehr.
Mit über 500 Athleten aus neun verschiedenen Nationen verzeichneten die Veranstalter einen neuen Teilnehmerrekord. Um Punkt 14.00 Uhr wurden wir auf die anspruchsvolle Strecke geschickt.
Die Streckenführung war gleich wie im letzten Jahr. Der Unterschied lag nur darin, dass die Strecke knochentrocken und entsprechend hart zu fahren war. Da kann der Dämpfer noch so gut sein, irgendwann kommen die Schläge in den Händen an.
Kurz nach dem Start setzten die EX-Mountainbike-Profifahrerin Andrea Kuster und ich vom übrigen Feld ab und diktierten während den nächsten 24 Stunden das hohe Tempo. Bedingt durch die hohen Tagestemperaturen (ca. 27°C) hatte ich sehr viel Salz verloren. Dadurch bekam ich sehr starke Bauchkrämpfe und musste Andrea ziehen lassen. Mit Krämpfen hielt ich am Zelt an und wurde dann von meiner Psychotherapeutin und Ernährungsberaterin mit guten Tipps und ausreichend Salz (Bouillon) wieder auf die Strecke geschickt. Da ich noch 19 Stunden Wettkampf vor mir hatte, war ich der Aufgabe näher als am fahren.
Ich war wirklich froh, als endlich die Nacht einbrach und die Temperaturen sich bei 5°C einpendelten.
Da mich der Krampf körperlich und auch mental viele Körner gekostet hat, gab ich mich dann schliesslich mit dem 2. Rang zufrieden. Die Motivation zum aufs Tempo zu drücken war auch nicht so gross, da der Vorsprung auf die nächsten hinteren Rangierungen sehr gross war. Ich zog also mein Tempo durch die nächsten Stunden und freute mich schon bald auf den Besuch meiner Kinder, Eltern, Schwiegereltern und Freunde. So gelang Andrea in diesem Jahr die Revanche für das Rennen 2009.
Irgendwann gegen den Schluss wurde mir dann bewusst, dass ich mich mit diesem Resultat für die diesjährigen 24h Mountainbike Weltmeisterschaften in Canberra Australien qualifiziere. Mit diesem Thema hat sich meine Familie natürlich nicht auseinander gesetzt. Jetzt haben wir den Entscheid gefällt; wenn wir die nötigen Partner für dieses Projekt begeistern können, werde ich im Oktober in Canberra starten. Für Sponsoren- und Gönnertipps bedanke ich mich jetzt schon
Dies war nun der vierte Podestplatz in Folge in Davos. Irgendwie auch ein Rekord?!
Für den Statistiker
- Zurückgelegte Strecke: ca. 400km
- Höhenmeter: ca. 10'000
- max. Speed 58km/h
- Kalorienverbrauch: (meine Pulsuhr wollte in diesem Jahr nicht mitmachen, daher keine Werte)
- Rundenzeiten [9 KB]
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Qualfikation geschafft
QUALIFIKATION GESCHAFFT Nach Unfall leider Absage des Projektes














