Nach gerade nur einer Woche Regeneration nach dem 24h-Rennen in Davos nehme ich nun als Bikefahrer am Gigathlon teil. 5531 Teilnehmer in den 3 Kategorien Singles, Couples und Teams of Five (zusammen mit Supportern, Organisatoren und Helfern sind total rund 8500 Leute engagiert!) umrunden vom 3. bis 5. Juli 2009 die Ostschweiz rund um St. Gallen. In 5 Disziplinen wird so eine gewertete Totaldistanz von 398,8 km und 7290 Höhenmetern bewältigt.
Der Reihe nach. Am Donnerstag rief mich Markus vom RVA an, ob ich nicht im Wegelin Powerteam II starten möchte. Als Sportler war ich sofort von der Idee begeistert aber meine Beine ?!? Des weiteren bin ich in meiner Funktion als ZS-Kommandant stv. auch noch im Gigagthlon Einsatz. So hiess es also innerhalb nicht ganz einem Tag mein Bike vom Davoser Dreck zu befreien, Gänge etc. schmieren, div. Vorbereitungen treffen. Am Donnerstagabend um 21.30 übergab mir Markus noch die Teambekleidung.
Am Freitagmorgen fuhr ich dann bereits um 06.00 Uhr ins Büro nach St. Gallen. Mit meinem Aktenkoffer, Sporttasche und Hängetasche ging ich in die Garage. Als ich von zu Hause abfuhr schaute ich nach einiger Zeit in den Rückspiegel. Irgendwas fehlt doch? Sch…… das Bike! Also links kehrt und wieder zurück das Rad einpacken.
Im Verlaufe des Vormittags durfte ich dann „mein“ Team kennenlernen. Nach der Einschreibung sasen wir noch ein bisschen zusammen und legten unser Ziel für den Gigathloneinsatz fest:
1. Alle gesund und ohne Unfall durchkommen
2. Der interne Bankenwettbewerb gegen das Zürcher Team gewinnen
3. Falls möglich, in die Top 100 von 900 Teilnehmern
Nach dem Mittag ging es dann auf den „cool Down Friday“. Ohne Zeitmessung, nur die Teilnahme war obligatorisch, radelte ich von der AFG Arena in die Drei Weieren, wo unsere Schwimmerin Katrin auf ihren Einsatz wartete. Nach ihrem Einsatz übergab sie wieder mir den Chip und ich fuhr zurück in die AFG Arena, wo ich den Chip unserem Teamkapitän und Läufer Michael übergab. Nach 20 km und 580 Höhenmeter ging mein erster Einsatz zu Ende.
Am Samstag musste ich bereits um 03.30 Uhr raus aus den Federn. Mein Gigathlon-Helfer-Einsatz stand auf dem Programm. In meiner Funktion als Kommandant stv. durfte ich mit 22 Personen die Parkplatzlogistik bei der Wechselzone Altenrhein managen. Alles lief rund und so konnte ich mich bereits um 09.30Uhr mit dem Wegelin Powerteam II nach Oberriet verschieben.
Nach dem Laufeinsatz von Michael auf den Hohen Kasten konnte ich in Brülisau den Chip übernehmen und machte mich auf die Bikestrecke nach St. Gallen. Mir machte vor allem meine sehr kurze Regeneration von nicht einmal einer Woche nach dem 24h-Rennen in Davos sorgen. Dies merkte ich dann auch sehr schnell in mein Waden bei den steilen Anstiegen auf den Hirschberg, Gäbris und Hohe Buche. Aber schliesslich absolvierte ich die 40km und 1200Höhenmeter in 2h 2min.
Nach dem ersten Tag fanden wir uns auf dem phänomenalen 35 Platz wieder.
Dann folgte der Flowing-Sonntag. Nach dem Einsatz unserer Inlinerin Katharina und Schwimmerin Katrin, ging ich in Kreuzlingen auf die Bikestrecke. Da ich mit einer harten Unterlage rechnete fuhr ich mit entsprechendem hohem Reifendruck. Die ersten 35km liefen wie am Schnürchen und so kam der letzte nennenswerte Aufstieg aufs Hörnli. Auf den letzten vielleicht 100m gab es plötzlich im Hinterrad einen Knall. Platter Reifen. Sofort fing ich mit der Reparatur an. Leider stellte sich heraus, dass auch der Reifen einen 1.5cm langen Querriss hatte. So nahm ich den alten Schlauch und riss ein Stück heraus um die schadhafte Stelle abzudecken. Zwei Zuschauer standen mir dabei als Helfer zur Seite. Ein älterer Herr nahm dann meinen letzten neuen Schlauch und wollte diesen etwas aufpumpen. Dabei schaffte er es das Ventil abzubrechen. Was tun ohne Schlauch?? Ich stand in die Strecke und bettelte bei den Teilnehmern nach einen Schlauch. Eine Mitstreiterin (Nachträglich nochmals grosses Dankeschön) übergab mir ihren letzten Schlauch. Leider hatte sie ein sehr kurzes Ventil drauf und ich konnte meinen Pneu nicht richtig pumpen. Mit knapp 1.5 Bar Druck fuhr ich dann die letzten 17km nach Frauenfeld. Immer mit der Angst, dass ich mir noch einen Durchschlag einfangen könnte. Bedingt durch den zu kleinen Reifendruck fuhr ich in den Kurven wie auf Eiern und der Rollwiederstand war entsprechend gross.
Nach 2h28Min. (57km 820Höhenmeter) erreichte ich ziemlich entnervt und enttäuscht das Ziel in Frauenfeld, wo der Rennvelofahrer Mauro mich schon erwartete.
Durch meinen Defekt verloren wir ca. 15Minuten (gemessene Differenz zwischen Pulsuhr und Bikecomputer, welcher nur Aufzeichnet wenn das Bike auch bewegt wird) und einige Ränge im Gesamtklassement. Hätte ich keinen Defekt gehabt, wäre der Rang vom Vortag zu halten gewesen.
Aber eben „hätte, könnte, sollte etc.“ gilt im Sport nicht. Da gilt nur die Zeitmessung. An diesem Tag hatte ich einfach nicht das notwendige Wettkampfglück. Aber mit meiner Leistung war ich trotzdem über alles gesehen zufrieden.
Nach 18 Stunden Rennzeit konnten wir unseren Schlussläufer Michael in St. Gallen empfangen. Gemeinsam liefen wir als Team die letzten 200m ins Ziel.
Mit vielen „Timeless Moments“ endete unser und mein persönlich erster Gigathloneinsatz auf dem 42 Rang von über 842 Teams am Sonntagabend in der Kreuzbleiche.
Das Gigathlonfieber hat uns wahrscheinlich alle gepackt! Es war ein super Event mit einem grandiosen Team!
Ach ja, wir haben ALLE DREI ZIELE ERREICHT!
Gigathlon 2009