Bericht 24h WM Suzbach-Rosenberg

Am 22./23. August fand erstmals die WM auf dem Gelände der ehemaligen Maxhütte in der Oberpfalz statt. Die Rundstrecke in und um die Maxhütte in Sulzbach-Rosenberg hielt, was sie versprach. Aufgrund der Streckenbeschreibung von 7km mit „nur“ gerade 100Höhenmeter hätte man im Vorfeld die Prognose abgegeben, dass man so gegen 500km fahren könnte. Die Strecke war jedoch mit vielen Richtungswechsel (ca. 8x 180°- und ca. 12x 90°Wendungen) gespickt, bei denen ich immer wieder aufs neue raus beschleunigen musste und dabei natürlich auch viel Zeit verloren geht.
Meine Frau Daniela und ich reisten bereits am Freitag an. Nach einer 4½h Autofahrt, mit diversen Staus, kamen wir um ca. 18.00 Uhr in Sulzbach-Rosenberg an. Nach dem wir unseren Standplatz gesichert hatten, gings zum Zimmerbezug in die Stadt. Es erwartete uns ein einfaches, schlichtes Zimmer, mit einer älteren Hausdame (ca. 70jährig), welche sich alle Mühe gab, uns den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten.
Nach einem guten Morgenessen gingen wir auf die Rennstrecke um uns auf das Rennen einzustellen. Mein persönliches Ziel waren sicher die Top Ten, mit Top five wäre ich mehr als überrascht gewesen.
Um 13.00 Uhr erfolgt dann auf dem Marktplatz in Sulzbach-Rosenberg durch den Bürgermeister der Start zur 24h-Mtb-WM.
Nach einer Neutralisation bis zur Rennstrecke nahm ich also das Rennen mit der Startnummer 13(!) in Angriff. Da es sich um ein altes, stillgelegtes Fabrikareal handelte, lag jede Menge Unrat auf der Strecke. So blieben einige Biker mit Plattfüssen stehen (mit Schläuchen hätte man an diesem Wochenende einige Euros verdienen können). Leider blieb auch ich nicht verschont und so musste ich bereits in der 2. Rennstunde ebenfalls einen Glasscherben aus meinen Pneu raus operieren. Lag dies wohl an der Startnummer?
In der klaren Nacht fielen die Temperaturen auf unter 10°. Da ich gerade einen Lauf hatte, wollte ich meine Fahrt nicht unterbrechen um zusätzliche Kleidung anzuziehen. Ein Umstand welcher sich dann noch bitter rächen wird.
In der Rennhälfte kam ich auf einen Teilabschnitt, welcher mit losen Schotter überdeckt war. Ich wollte gerade kräftig in die Pedale drücken, als ich ein komisches metallisches Geräusch von meinem Bike vernahm, welches nichts Gutes bedeutet. Ich merkte dass ich meine Pedale nicht mehr drehen konnte und habe mein Bike näher inspiziert. Die Ursache war schnell gefunden; Umsetzer abgebrochen. (Wieder Gedanke Startnummer 13!?!). Da ich mich unmittelbar vor der Wechselzone befand konnte ich mein Bike gleich dem Service übergeben und nach rund 10 Min mit einem neuem Umsetzer wieder weiter radeln.
Durch die kalte Witterung merkte ich auch eine Unterkühlung meiner Knien. So zog ich also zusätzliche Kleidung an um meine Gelenke wieder etwas anzuwärmen.
Kurz vor dem Morgen (ich hatte etwa 15h Stunden in den Beinen) hatte ich einen Einbruch. Daniela hat mich aber mit gut zureden und einer grossen Menge an Koffein und Kohlenhydraten wieder aufgepäppelt.
Nach rund 19 Rennstunden war ich auf dem 6. Zwischenplatz mit mehr als einer Runde Vorsprung. Durch die Unterkühlung meiner Knien in der Nacht, haben sich diese entzündet und die schmerzten entsprechend sehr stark. Eigentlich eine typische Verletzung, wenn mit sehr viel Kraftaufwand gearbeitet werden muss. Aufgeben wollte ich nicht. Als Ultraathlet muss man lernen die Schmerzen nicht zu beachten. Ich beschloss, nur noch den Vorsprung zu verwalten und keinen Angriff mehr zu starten. Obwohl ich mich zu diesem Zeitpunkt rein Konditionell noch sehr gut fühlte.
Kurz vor Schluss wurde ich noch in der Wechselzone von einem Teamfahrer über den Haufen gefahren. Mit leichter Schürfung und mit einer Prellung der Brust nahm ich dann die letzten 2 Stunden unter die Räder. Nach dem Motto; wieder etwas mehr, was weh macht! (Startnummer: 13?!?)
Nach 23h 35min bin ich dann von meinen Bike abgestiegen und konnte noch 11 Minuten auf den nächst Platzieren verwalten.
Mit dem erreichten 6. Platz war mein Ziel erreicht, direkt hinter dem amtierenden Europameister.
Ob mir jetzt die Startnummer 13 Glück oder Pech gebracht hat, muss jeder für sich selber entscheiden. Ich habe meinen Entscheid gefällt…….!

Für den Statistiker

WM Sulzbach-Rosenberg 2009

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